Nr. 92 | Januar 2012 BL - Bericht aus dem Landtag
"Asbest ist primär ein Entsorgungsproblem"
Dr. Deneke-Jöhrens über heutige Sorgen mit der einstigen "Wunderfaser"
Im BL-Interview spricht der CDU-Landtagsabgeordnete und Umweltpolitiker Dr. Hans-Joachim Deneke-Jöhrens über den von der Region Hannover geplanten Transport von Asbestschlämmen zu Sondermülldeponien in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein. Ein kontrovers diskutiertes Thema, das auch im Plenum auf der Tagesordnung stand.
Warum wird das Thema derzeit diskutiert?
Asbest als Baustoff ist in den vergangenen Jahren in Verruf geraten. Aus der einstigen "Wunderfaser" ist wegen ihrer Gesundheitsgefahr Sondermüll geworden. Es besteht derzeit ein totales Verbot für Herstellung, Handel und Verwendung von Asbestprodukten. Somit ist Asbest heute primär ein Entsorgungsproblem - besonders für die Region Hannover. Die 1912 gegründete Firma Fulgurit in Wunstorf-Luthe -war einer der wichtigsten Produzenten für Asbesterzeugnisse in Deutschland. Bis zur Schließung des Werkes in 1970er jahren wurden die Rückstände der Produktion auf dem ehemaligen Betriebsgelände abgelagert.
Warum soll der Müll nach Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern gebracht werden?
Ohne eine Sanierung drohen Gefährdungen für Menschen und Umwelt sowohl durch Freisetzung von Asbeststaub, als auch durch Folgeprozesse beim Einsickern des aus der Halde austretenden Wassers in den Untergrund.Um Menschen und Umwelt rund um die Halde zu schützen, hat die Region Hannover die Sanierung der Halde vorangetrieben. Dazu wurde auch eine Sicherung der Halde vor Ort intensiv geprüft. Aufgrund der Risiken für die Bevölkerung und technischer Schwierigkeiten wurde diese, grundsätzlich umsetzbare Variante, verworfen.
Derzeit gestaltet sich der Abtransport schwierig — woran liegt's?
Rot-Grün bestimmt in der Region. Sie müssen sich fragen lassen, warum sie nicht vorher die Entscheidung für den Transport geprüft haben.